Energetisches Menschenbild
Wir befinden uns in einem Zustand jahre- oder jahrzehntelanger Konditionierung. Diese besteht aus der Bindung von Sinneseindrücken und Körpererfahrungen bzw. später unseren Gedanken darüber(diese Bindung ist inzwischen neurophysiologisch nachgewiesen). Dadurch ist in uns ein individuelles komplexes Bewertungssystem entstanden. Man könnte es fast schon reflexartig nennen. Sobald ein äußerer Reiz (oder ein Gedanke oder ein inneres Bild) geschieht, zeigt sich in uns eine Reaktion.
Im Zustand des reinen Gewahrseins bzw. der meditativen Versenkung können wir den Bewegungen dieser Bindungen (Reaktionen) folgen und erleben sie wie Energiewellen (etwa so, als ob wir einen inneren Impuls verspüren). Je nach der Ausbildung unseres individuellen Systems, gehen wir mit diesen "Wellen" unterschiedlich um:
- wir lassen sie auftauchen und sich wieder im großen "Meer" auflösen (Sein)
- wir werfen uns ihnen entgegen (Ego, Widerstand)
- wir versuchen sie zu ignorieren (Schutz, Panzer)
Da ich die Welt in dieser Art erlebe, möchte ich mit Ihnen hier meine Gedanken teilen. Glauben sollen Sie hier gar nichts:
Alles ist Energie.
Energie kann auf verschiedene Arten in Erscheinung treten:
- in einer sehr grobstofflichen, verdichteten Form als unser materieller Körper, der wiederum in verschieden Verdichtungsstufen unterteilt werden kann: Knochen, Muskeln, Gewebe, Lymphe, Blut ...
- in feinstofflicheren Formen, die nicht mehr durch den Verstand "gedacht" oder betrachtet werden können, hier geht es um Erfahrungsebenen, geistig-emotionale Muster, Gewohnheitstendenzen, aber auch um die vegetativen Abläufe; man spricht von: Energiebahnen - Meridiane, Energiezentren - Chakren, Energiefelder - Aura oder vielleicht Lichtkörper u.a.m.
Was ich darunter verstehe und wie ich diese Energien erfahre, werde ich in den folgenden Seiten differenziert aufzeigen.
Der menschliche Energiekörper:
Versuchen wir ein Beschreibungssystem für den menschlichen Energieköper aufzubauen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Eines der bekanntesten ist das System der Chakren - Energieräder - Energiezentren oder wie sie auch von dem jeweiligen Autor genannt werden. Hierin unterscheiden sich im Wesentlich auch zwei Traditionen, die eine, die sieben Hauptchakren beschreibt und die andere, die sich auf fünf Energiezentren beschränkt. Meist liegt dies daran, dass die untersten und obersten zwei Energieräder zusammengefasst werden (manchmal werden auch noch mehr genannt).
Was sind nun diese Energiezentren? Wie kann ich mir diese vorstellen? Fragen über Fragen. Der Intellekt/Verstand kann die Energie und deren Zentren nicht fassen, nicht denken, nicht nachweisen und trotzdem können wir sie erfahren, ihrer gewahr werden. Das macht jeder, ständig, mehr oder minder bewußt (in der Spiritualität wird vom erwachten Zustand gesprochen, wenn unser Bewußt-Sein dauerhaft ist). Wie bzw. wo wir diese Energien erfahren, ließ wohl die Zuordnung zu bestimmten Körperarealen entstehen. Dass manche Menschen zu diesem Erfahrungsreichtum keinen Zugang mehr haben, läßt nicht automatisch den Schluß zu, dass dieser esoterischer Quatsch ist. Vielmehr haben wir uns zu irgendeinem Zeitpunkt einmal entschieden, dass wir aus Schutz vor Schmerz oder dem tragischen Versuch unsere Trauer nicht zu spüren (um nur zwei Möglichkeiten zu nennen), nicht mehr das volle Spektrum wahrnehmen wollen. Wir spalten unsere Gefühle und die damit verbundenen Bedürfnisse ab und entwickeln vielleicht sogar so etwas wie Pseudogefühle. Aber darüber später.
Himmel, Erde, Mensch (entnommen aus http://www.wctag.de/artikel.html)
„Taiji beschreibt den Menschen zwischen Himmel und Erde und gibt ihm seinen Sinn (Dao)“
Der Mensch befindet sich inmitten der Wechselwirkung von Himmel und Erde. Himmel und Erde stehen miteinander in fortlaufender Kommunikation. Wir können den Begriff „Himmel und Erde“ getrost weiter fassen und darin vorerst alle Erscheinungen des Universums verstehen, sprich, alles was wir kennen, und arbeiten uns dann vor zu allen Dingen, die wir nicht kennen.
Wasser steigt zum Himmel auf und kehrt als Regen wieder herab. Die Sonne geht auf der einen Seite auf und auf der anderen wieder unter. Sonne und Mond bewegen sich zu uns im Wechselspiel. Ebbe und Flut folgt aufeinander. Alle Planeten, Sterne, Sonnensysteme und Galaxien - alles steht nicht nur durch die Gravitation in Beziehung zueinander und wirkt aufeinander. Zwischen allen diesen Kräften und noch unendlich vielen mehr steht der Mensch. Und damit nicht genug, er selbst trägt Himmel und Erde in sich und ist sich selbst, dem Wechselspiel von Wohlbefinden und Leid jeglicher Art, ständig unterworfen. Ob nun „Himmel und Erde“ im Außen oder im Innen, alles steht in Beziehung zueinander, nichts ist voneinander zu trennen.
Dies ist die Situation, in der wir uns befinden. Aber noch eine weitere Bedeutung (und vieles mehr) verbirgt sich hinter diesem berühmten klassischen Ausdruck „tian, di, ren“ (Himmel, Erde, Mensch): Wenn wir uns Himmel und Erde im spirituellen Sinne vergegenwärtigen, so ist der Himmel das Göttliche, das Dao, die höchste Form von Existenz, nämlich der Existenz selber. In diesem Zusammenhang ist dann die Erde der Ort des Vergänglichen, des buddhistisch gesprochenen „Dukha“, des ewig Unzulänglichen und daher nie zur Ruhe führenden, da ein jeglicher Zustand aufgrund seiner Wandlung nicht gehalten werden kann. Insofern befindet sich der „Erdenmensch“ in einem fortwährenden Zustand des Leidens, denn selbst bei Wohlgefühl kann er nicht zufrieden sein, aufgrund der Tatsache, dies nicht halten zu können und immer weiteres zu wollen. Kurzum: Die Erde symbolisiert hier den Zustand des Unbeständigen.
Der Mensch nun ist aufgrund seiner einzigartigen geistigen (seelischen) Kraft in der Lage, damit sowohl den Himmel wie auch die Erde zu berühren. Stehen seine Füße quasi auf der Erde, so ragt sein Kopf bis in den Himmel. Er ist das Bindeglied zwischen beiden und kann sich in beide Bereiche hineinbilden. Entwicklungen sind daher in beide Richtungen möglich.
„Die Erde folgt dem Himmel, der Himmel folgt dem Dao, das Dao folgt sich selbst.“ (Laotse)
Energie - esoterischer Humbug?
Gesagt wurde schon "alles ist Energie" - damit dies nicht nur als Schaumblase stehen bleibt, möchte ich hier darüber noch ein wenig schreiben:
Erstmal die Definition von Esoterik: (griechisch εσωτερική) ist ein Sammelbegriff für ein weites Spektrum an Lebensanschauungen und "Geheimlehren", welche die spirituelle Entwicklung des Individuums betonen, jedoch keine Religion im engeren Sinn sind (wikipedia).
Dann Energie: Die Esoterik sagt über „Energie“ der Naturwissenschaft: Betrachtungen und Definitionen von Energie liegen auf der Ebene des Verstandes und des Denkens. Sie haben dort ihre Bedeutung und können dort als real anerkannt werden. Esoterisches Wissen überschreitet diese rationale Ebene des Denkens. Energie im Sinne der Esoterik wird im transrationalen Bewusstseinsraum erfahren. Es ist die Ebene der Mystik. Wenn Wissenschaft und Mystik sich gegenseitig auf ihren Ebenen anerkennen würden, könnten sie beide im Sinne von Ganzheitlichkeit nebeneinander existieren und kooperieren.
Also verlassen wir hier ganz klar den Bereich der allgemeinen Wissenschaftlichkeit und betreten den Raum des bisher nur individuell Erfahrbaren.
Und schließlich Emotion: (v. lat.: ex = heraus + motio = Bewegung, Erregung) Bezeichnung für ein persönliches, subjektives Erleben von inneren Reizen (z.B. Körperempfindungen), äußeren Reizen (z.B. Sinnesempfindungen) und/oder kognitiven Prozessen (z.B. Bewertungen). Emotionen sind also ein Heraus-bewegen aus dem Zustand der Ruhe, des Gleichgewichts und somit körperlich wahrnehmbar. Recht ähnlich und doch individuell formen verschiedene Körperwahrnehmungen dann das, was wir als Gefühl benennen. Z.B. Angst: ich spüre ein Zusammenziehen im Unterbauch, meine Knie zittern, die Hände werden feucht, mein Herz schlägt schneller und ich vernehme einen Druck auf der Brust, der Mund wird trockener usw - spüre ich all diese Zeichen, interpretiere ich das als Angst.
In der Regel bewerten wir unsere Gefühle und kommen daher in einen Zustand, der Angenehmes haben oder erhalten möchte und Unangenehmes vermeiden bzw. loswerden möchte. Und dann sind wir mitten drin! Das ist leicht erfahrbar, nicht wahr?
"Wer die Veränderung nicht fürchtet, braucht keine Angst vor dem Leben zu haben."
Sobald wir irgendwie mit dem Außen in Berührung, Kontakt kommen, erfahren wir innerlich eine Resonanz, bewußt oder nicht, sie ist. "Alles ist Energie" bedeutet somit, dass wir ständig und überall mit allen und allem in Verbindung und Austausch stehen. Wie wir das erfahren, hängt letzendlich von unserer Bewertung ab. Es ist wie ein Fluss, in ständiger Veränderung und doch von außen betrachtet, bleibt er immer derselbe. Humbug? Entscheiden Sie selbst.
